Homöopathie: Der Hauptpfeiler meiner Therapie

Seit nunmehr 15 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Homöopathie und sie ist der Hauptpfeiler der Therapie in meiner Praxis. Wo dies notwendig ist wird die Behandlung durch verschiedene andere Methoden ergänzt.

Im Mittelpunkt der homöopathischen Behandlung steht der Mensch in seiner Gesamtheit. Deshalb nehme ich mir viel Zeit, um Sie während eines oft 2-stündigen Termins “zu verstehen“ und Ihre Beschwerden richtig einzuordnen.

Die Erstanamnese folgt einem festgelegten Ablauf aus verschiedenen Elementen. Wesentlicher Bestandteil ist der Spontanbericht, in dem der Patient zu Beginn des Erstgesprächs seine Beschwerden frei erzählen darf.

Eine besondere Bedeutung haben dabei die individuellen Empfindung der Symptome und die genaue Beschreibung dieser: wodurch werden sie ausgelöst, was bessert diese, was verschlimmert. Aus den gewonnen Informationen und dem zusätzlichen, gelenkten Bericht ergibt sich ein Gesamtbild. Meine Aufgabe ist es dann, eines von über 5.000 homöopathischen Einzelmitteln auszuwählen, das dem Patienten in seiner Gesamtheit am ähnlichsten ist. Dieses homöopathische Arzneimittel regt die Selbstheilungskräfte des Patienten an und befähigt ihn, die Symptome zu überwinden. 

Der Begründer der Homöopathie Samuel Christian Hahnemann fasste es vor über 200 Jahren so zusammen: 

„Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man heilen nennt.“ 

Ist die Heilung vieler Erkrankungen nicht immer möglich, kann doch häufig eine deutliche Beschwerdelinderung erreicht werden.

Was bedeutet Homöopathie?

Der Begriff Homöopathie stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „ähnliches Leiden.“ Denn gemäß der homöopathischen Lehre kann eine Erkrankung nur durch eine Arznei kuriert werden, welche beim Gesunden genau jene Symptome bzw. Beschwerden hervorruft, die sie beim Patienten heilen soll. Dieses Ähnlichkeitsprinzip (Ähnliches heilt Ähnliches – Similia similibus curentur) stellt eines der Grundprinzipien der Homöopathie dar, es wurde von dem deutschen Arzt und Chemiker Samuel Christian Hahnemann im Jahre 1796 formuliert.

Homöopathische Arzneimittel

Homöopathische Arzneien werden in der Regel in Form sogenannter Globuli (kleine Kügelchen) verschrieben oder in Tropfenform eingenommen. Dabei ist zu beachten, dass jedes klassisch homöopathische Mittel stets nur einen Wirkstoff enthält. Homöopathische Arzneien werden in unterschiedlichen Potenzierungsgraden verordnet, die jeweils neben dem Medikament angegeben sind, je höher die Potenz, desto geringer die Konzentration des Wirkstoffs und desto höher dessen Wirksamkeit. Entscheidend für den Behandlungserfolg  ist aber stets die Auswahl des geeigneten Mittels, erst in zweiter Linie die gewählte Potenzierung. 

Bei welchen Leiden bzw. Erkrankungen ist eine homöopathische Behandlung indiziert? Die Homöopathie konnte sehr bald nach ihrer Entdeckung erstaunliche medizinische Erfolge vorweisen, was ihr in weiten Kreisen der Bevölkerung hohe Akzeptanz verschaffte. Die Vorzüge der homöopathischen Behandlungsweise liegen dabei sowohl in der Behandlung von chronischen als auch von akuten Krankheitsbildern. 

Dabei hat sich die Homöopathie vor allem bei Allergien, Menstruationsbeschwerden, unerfülltem Kinderwunsch, Hauterkrankungen, Verhaltensstörungen, allgemeiner Infektanfälligkeit sowie Störungen psychosomatischen Ursprungs als besonders wirksam erwiesen. Aber auch als begleitende Therapie bei Krebspatienten hat sich die Homöopathie einen Namen gemacht. So können mit homöopathischen Mitteln die Nebenwirkungen einer Chemotherapie oder Strahlentherapie deutlich gelindert werden.

Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen

Die Homöopathie ist eine eigenständige Therapieform, in deren Mittelpunkt der Mensch als Ganzes steht und die nach dem Grundprinzip handelt „Ähnliches möge Ähnliches heilen“. Formuliert wurde dieses Heilprinzip der Homöopathie Ende des 18. Jahrhunderts von dem deutschen Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann. Die Homöopathie arbeitet mit einer Vielzahl von Einzelarzneien, die jeweils für sich bei einem gesunden Menschen ganz bestimmte Symptome hervorrufen, wobei sich die jeweilige Substanz genau für dieses auftretende Beschwerdebild als Heilmittel eignet. In der Homöopathie wird anhand der Symptome und aufgrund der individuellen Verfassung des einzelnen Menschen mit Einzelmitteln in kleinstmöglicher Dosierung und in potenzierter Form gearbeitet.

Mit der Homöopathie wird eine Vielzahl an unterschiedlichen akuten und chronischen Krankheitsbildern behandelt, wozu auch Unfälle, Verletzungen und psychische Beschwerden gehören. Eine Krankheit ist nach der homöopathischen Lehre ein Ungleichgewicht im menschlichen Körper und eine Störung der Lebenskraft, die den Menschen als Ganzes erfasst.

Schmerzen, Fieber und weitere Symptome sind dementsprechend äußere Anzeichen und die Sprache des Organismus, um auf eine Störung oder Blockade aufmerksam zu machen. Ein Mensch gilt als gesund, wenn Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht und harmonisch miteinander verbunden sind. Das Ziel jeder homöopathischen Behandlung besteht deshalb darin, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen.

Auf der wissenschaftlichen Bühne wird die Homöopathie als Therapiekonzept bis heute kontrovers diskutiert. Es gibt eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien, von denen einige eine Wirkung homöopathischer Mittel bestreiten, die über einen Placebo-Effekt hinausgeht, während andere Veröffentlichungen die Wirksamkeit belegen.
Allerdings wird deren wissenschaftlicher Wert meist kritisiert mit dem Argument, die üblichen Richtlinien und Maßstäbe klinischer Studien seien nicht eingehalten worden. Während sich Wissenschaftler weiter streiten, zeigen Patienten deutlich, was sie von dieser Kontroverse halten.

Immer mehr Menschen greifen bei unterschiedlichen Beschwerden auf homöopathische Mittel zurück. Diesem stetig zunehmenden Wunsch nach homöopathischer Behandlung tragen selbst die gesetzlichen Krankenkassen durch eine teilweise Kostenübernahme Rechnung.

Ausgangsstoffe für homöopathische Arzneimittel sind Substanzen, die pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ursprungs sind. Während der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann rund 99 Substanzen kannte, gibt es mittlerweile über 5.000 homöopathische Grundsubstanzen aus aller Welt. Substanzen aus der Pflanzenwelt sind zum Beispiel Arnika, Rittersporn, Thuja, Gänseblümchen, Sonnenhut, Johanniskraut oder Eisenhut. Substanzen mineralischen Ursprungs sind unter anderem Brom, Jod, Phosphor oder Schwefel, während zu den Substanzen tierischen Ursprungs unter anderem Schlangen- und Insektengifte gehören. Die Grundsubstanzen werden nach strengen Vorschriften zu Urtinkturen verarbeitet, um dann schrittweise mit Alkohol und Wasser verdünnt und verschüttelt zu werden. Das schrittweise Vorgehen und die jeweils kräftige Verschüttelung sind ebenso wichtig wie der Verdünnungsgrad, was zusammenfassend als Potenzierung bezeichnet wird.

Jedes homöopathische Arzneimittel gibt es in unterschiedlichen Potenzen (=Wirkstärken). Grund ist, dass die verschiedenen Grundsubstanzen in Reinform zu starke Reaktionen auslösen, sodass sie verdünnt werden. Das sogenannte Potenzieren ist eine spezielle Verdünnungsmethode, wobei die jeweilige Potenz den Grad der Verdünnung eines Arzneimittels beschreibt. Homöopathische Arzneimittel gibt es zum Beispiel in Hunderterpotenzen (C) und in Zehnerpotenzen (D). So bedeutet die Potenz C200, dass die Grundsubstanz zweihundert Mal um den Faktor einhundert verdünnt, während die Potenz D30 dreißig Mal um das Zehnfache verdünnt wurde. 

Nach der homöopathischen Lehre liegt der Potenzierung die Annahme zugrunde, dass je höher die Potenz und damit die Verdünnung sind, desto tiefer und lang anhaltender fällt die heilende Reaktion des Patienten aus. Je höher also die Potenz ist, umso stärker ist die Arznei.

Bei Beschwerden, die schon seit längerem bestehen, sowie bei chronischen Erkrankungen verläuft der Heilungsprozess langsamer als bei akuten und heftigen Krankheitssymptomen. Die Wirkungsweise verläuft immer von innen nach außen und von den wichtigen zu den weniger wichtigen Organen. Gleiches gilt für die Richtung von oben nach unten. Das bedeutet, dass bei Gelenkschmerzen von oben nach unten eine Besserung eintritt, also zuerst im Nackenbereich, dann in der Hüftregion und dann erst im Kniebereich. Der Heilungsprozess verläuft außerdem in umgekehrter chronologischer Reihenfolge. So verschwinden die Symptome, die zuletzt aufgetreten sind, zuerst, während ältere Symptome mehr Zeit benötigen. Die homöopathischen Präparate werden als Globuli, Tabletten oder Tropfen verabreicht, wobei die Präparate nicht einfach nur geschluckt, sondern im Mund zergehen sollen, um über die Mundschleimhaut ihre volle Wirkung zu entfalten.

Viele Patienten, die sich in homöopathische Behandlung begeben, sind bereits vortherapiert. Ein abruptes Absetzen von schulmedizinischen Medikamenten wäre fatal. Manche Medikamente können im Rahmen einer homöopathischen Therapie ausgeschlichen werden, andere nur reduziert und wieder andere sind lebensnotwendig und müssen weiterhin dauerhaft eingenommen werden.

Was in Ihrem Fall zu tun ist, entscheide ich zusammen mit Ihnen und vor dem Hintergrund der schulmedizinischen Sinnhaftigkeit, im Zweifel auch in Rücksprache mit Ihrem Facharzt.

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